[bloggertipps] #2 bildkomposition

ein bild sagt mehr als tausend worte!

es gibt wohl kaum jemanden, der diesen spruch noch nie gehört hat. und es ist unglaublich, wie gut diese aussage zum thema bloggen passt.

der inhalt eines blogpostings kann über mehrere medien transportiert werden, aber keines ist so effektiv wie ein bild! deshalb sollten wir - und ich nehme mich da nicht aus - den bildern in unseren postings große aufmerksamkeit schenken. GROSSE aufmerksamkeit!

darum eine kleinigkeit, bevor wir in das heutige thema "bildkomposition" einsteigen:
macht eure bilder in euren blogs "groß"! ihr näht ein kleidungsstück. steckt stundenlange arbeit in eine idee. nehmt euch zeit sie zu fotografieren und zu bearbeiten und dann zeigt ihr ein mini-bild davon, eine kleine collage. nein! macht sie groß! sodass sie den besuchern eure seite gut ins auge stechen, gut sichtbar sind und die details nicht erst auffallen, wenn man das bild anklickt um es groß ansehen zu können.

eine kleinigkeit, wie gesagt ;) ! mit großer wirkung!


grundsätzlich, das hab ich ja beim letzten mal hier auch schon erzählt, ist es wichtig, das in szene zu setzen, was ich zeigen will.
dafür gibt es mehrere möglichkeiten. meist ist bei mir z.b. das genähte absolut im zentrum.  alleine deshalb, weil es ja auch darum geht es zu zeigen.
 

aber um das bild für den betrachter spannend zu machen, muss das objekt nicht immer frontal fotografiert und groß in der mitte sein. im gegenteil. das auge mag gern spannung! deshalb zeig ich euch heute, wie ihr mit einfachen mitteln euren bildern etwas energie geben könnt.
in der fotografie kennt man viele verschiedene regeln. rules of composition, goldener schnitt und so. ich bin ja kein großer fan von regeln. ehrlich gesagt. ich verlass mich da sehr oft auf mein bauchgefühl.


aber um das eigene auge zu schulen und zu sehen, was ein gutes bild ausmacht, sind solche regeln für den anfang sehr hilfreich.


der goldene schnitt
die wohl bekannteste regel. eine sehr einfache, um etwas spannung in das bild zu bringen. dafür braucht es auch nicht allzuviele vorkenntnisse. es ist also ein sehr simples mittel, um eure bilder zu gliedern.
wie hier bei meinem beispiel seht ihr, dass das bild in drei teile (oder für das auge in zwei teile einen großen und einen kleinen) geteilt wird. den größeren teil oben und den kleineren unten.



das ganze ist in der theorie noch viel komplexer, aber um es simpel zu erklären, könnt ihr euch euren bildausschnitt in drei teile aufgeteilt vorstellen. bringt ihr euer objekt weg von der mitte und verschiebt so den fokus, wird das bild automatisch spannender. versucht es mal.

ganz eindeutig sieht man es im vergleich mit diesem hier. dieses bild kann auch in drei flächen aufgeteilt werden. hier ist der fokus auf den mittleren teil. die spannung ist gleichmäßig verteilt.

so wird sehr häufig fotografiert. man nimmt das gewünschte objekt in den fokus und drückt. ab. aber durch einen leichten perspektivenwechsel und das verschieben des fokuses im goldenen schnitt, kann das bild sehr viel interessanter wirken.

beachtet diesen hinweis gleich beim fotografieren. bei unbeweglichen dingen wie diesen apfelkissen geht das üben sehr einfach. versucht es deshalb nicht gleich bei euren kindern.


auch hier gilt: was will ich fotografieren!? was soll im zentrum stehen (hier ist nicht die bildmitte gemeint, wie wir gerade gelernt haben!!) ? gibt es ein hauptmotiv? was will ich betonen?

symmetrie/asymmetrie
eine andere herangehensweise zur bildkomposition ist die der symmetrie oder asymmetrie.
deshalb ist ein ungleichgewicht auch furchtbar spannend.
eine ganz einfache möglichkeit ist es daher, einfach mal das motiv beim fotografieren aus der bildmitte herauszurücken.
natürlich ist es nicht so einfach. das auge liebt symmetrie. das auge sucht ständig danach und erkennt diese sofort. es kommt also auch immer darauf an, was ich mit meinem bild vermitteln will. ein stark symmetrisches bild kann "ruhe" und ausgeglichenheit vermitteln. es wird vor allem bei landschaftsaufnahmen sehr gerne angewandt.
will ich meine kinder beim spielen fotografieren und die bewegung festhalten, dann werde ich mich eher für das gegenteil entscheiden und die asymmetrie suchen.
ihr seht also, das bauchgefühl ist immer wichtig beim fotografieren. und ich nehme an, dass erfahrung dabei eine sehr große rolle spielt. also ruhig mal viel probieren und von sich und anderen lernen. so wie ich das auch über die jahre schon mache ... bitte schaut mal bei meinen bildern in den anfängen meines bloggerdaseins! unglaublich, was sich seither getan hat!
struktur
ein weiteres stilmittel ist es, mit strukturen zu arbeiten und diese durch akzente zu unterbrechen. 

wie bei diesem bild hier. obwohl es nur ein ausschnitt ist, erkennt das auge sofort, dass es sich um eine treppe oder tribüne handelt. der akzent liegt in der unteren bildhälfte. ganz klassisch.

versucht eure hintergründe "ruhig" zu halten. besitzt ihr keine kamera bzw. ein objektiv, die helfen, die hintergründe unscharf zu gestalten, müsst ihr umso mehr beim fotografieren auf einen ruhigen hintergrund achten, damit das auge zur ruhe kommen kann und den fokus auf eurer motiv richten kann. das auge will geführt, aber nicht verwirrt oder gar abgelenkt werden.



ausschnitt
nur bildausschnitte zu zeigen ist ein ganz tolles stilmittel!
manchmal reicht es auch aus, nicht das gesamte objekt abzubilden. wir schaffen es, unseren fokus auf einzelheiten zu legen. beim fotografieren müssen wir aber darauf achten, genau diese bildausschnitte festzuhalten. selbst wenn auf einem bild nicht das gesamte motiv abgebildet ist, kann es unser gehirn vervollständigen. das funktioniert aber nicht immer. so kann ich bei einem portraitbild gerne hinterkopf oder haare abschneiden. werden teile des gesichtes - wie z.b. die nase abgeschnitten - tut es dem auge weh. hier müsst ihr also etwas experimentieren.


in diesem beispiel ging es um die hose. ich hatte in meinem blogbeitrag auch ganze bilder drinnen, aber dieses hier lenkt den fokus auf das wesentliche.
versucht wirklich, diese bildausschnitte - in beachtung der regeln, die wir vorher schon hatten - schon beim fotografieren zu wählen. das ist eine sache der übung. und wahrscheinlich müsst ihr auch viele bilder machen, um am ende ein passendes zu haben. aber es zahlt sich wirklich aus.

das bild zu beschneiden kann auch dahingehend ein vorteil sein, wenn ihr z.b. die gesichter eurer kinder nicht zeigen wollt. ich sehe immer wieder, wie bilder durch sticker oder dergleichen verunstaltet werden. besser, den kopf gleich nur halb zeigen. das kann schon beim fotografieren beachtet werden.


format

auch über das gewählte Format lässt sich sehr viel transportieren. unbewusst kann man schon über hoch- oder querformat sehr viel aussagen. auch wenn das, wie bei mir oft nur praktische gründe hat - meine weiße hintergrundwand lässt querformat z.b nicht zu ;)

hochformat verwenden wir häufig, wenn wir jemanden fotografieren der steht. und dazu betont das hochformat auch noch genau diese vertikalen linien.

querformat entspricht dem menschlichen sichtfeld und ist deshalb die natürlichste bildform.

und so als zwischending gibt es noch die form des quadrats. es ist eine sehr kompakte und ruhige form und kann deshalb aus genau diesen gründen auch auf eure bilder angewandt werden, wenn ihr das vermitteln wollt.


vielfach nehm ich mir nicht die zeit - oder habe einfach nicht die energie - groß irgendwo hin zu fahren, um bilder zu machen. dann steh ich vor einem meiner fotohintergründe (die weiße wand im schlafzimmer hab ich euch ja schon gezeigt, oder unserer gartenhütte)
und meist sind diese bilder dann auch im hochformat. das hat den einfachen grund: der hintergrund ist nicht so groß, dass es querformat gut ginge ...


aber gerade im blog schauen querformat bilder meiner meinung nach einfach super aus. deshalb ist es schön, einen blogpost auch immer mal wieder mit solchen aufzulockern. gerade wenn personen fotografiert werden, lässt sich im querformat viel mehr mit der aufteilung der bildabschnitte gespielt werden.




könnt ihr die oben genannten punkte wie "goldener schnitt" "struktur" und "bildausschnitt" in den beispielen sehn? ja?


ich freu mich, dass ihr bis hierher dabei ward. dann hab ich noch etwas für euch heute.
etwas, dass ich sehr liebe. details!
ich mag es, wenn ich auf blogs stöbere und ich unter den bildern auch die kleinigkeiten und einzelheiten sehen darf. einmal etwas aus der nähe betrachtet. eine makroaufnahme oder einfach ein anderer blickwinkel. sehr spannend! und man gewinnt einen ganz anderen eindruck des gezeigten, als wenn es sich um eine frontalaufnahme aus einiger entfernung handelt.
also
details entdecken!



und zeigen!

das bringt mich auch schon zum letzten punkt meines seeehr lang gewordenen postings heute:

ich finde es gut, wenn pro blogposting mehr als nur ein bild gezeigt wird. ja, auch ein einzelnes, gut gezieltes bild kann manchmal ganz spannend sein. aber generell bin ich immer enttäuscht, wenn ich nur eins pro blogpost sehen darf. irgendwie erwarte ich da immer mehr, versuche weiter zu scrollen und dann kommt da nichts mehr.

denn wie ihr gesehn habt, gibt es so viele mehr möglichkeiten, eure motive in szene zu setzen. das bild an sich kann durch die richtige position des motivs schon spannend sein, und durch einen geeigneten hintergrund habt ihr alle aufmerksam auf euer objekt gerichtet.

durch das zeigen von bildausschnitten können noch mal ganz gezielt die eigentlichen fakten gezeigt und am ende durch liebevoll ausgewählte details abgerundet werden.

nächstes mal, gehen wir vom fotografieren über zu einem weiteren spannenden thema!
der bildbearbeitung!

da wird es natürlcih auch nicht bei einem beitrag bleiben.
ich freu mich also, dass ihr da ward und bis zum ende durchgehalten habt und noch mehr freu ich mich, wenn ich euch ein bisschen inspirieren und anregen durfte!

wie gesagt, ich bin alles andere als ein spezialist, aber ich teile mit euch gern, die erfahrungen, die ich in den letzten jahren gemacht habe und freu mich drauf selbst noch viel zu lernen! das ist doch das schönste am bloggen, dass der prozess sichtbar wird!!

in diesem sinne, habt noch eine schöne woche!!

alles liebe
andrea

Kommentare

  1. Liebe Andrea!
    Vielen Dank für deine ausführlichen Tipps. Es ist tatsächlich so, dass man mit der Zeit immer anders (besser) wird. Das geht mir auch so. Andererseits lernt man beim Fotografieren nie aus und kann sich immer noch verbessern. Gute Fotos zu machen braucht aber auch Zeit. Das macht man nicht mal eben auf die Schnelle.
    Viel Spaß weiterhin beim Fotografieren und liebe Grüße,
    Doro

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    1. liebe doro, ja ich finde, dass man sich nicht verstecken braucht und auch andere sehen dürfen, wie man sich entwickelt! das ist doch das authentische daran! glg andrea

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  2. Vielen Dank für deine Tipps. Ich glaube, ich muss mich wirklich viel mehr mit dem Thema Fotografie auseinander setzen.
    Herzlichst Ulla

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    1. danke liebe ulla! es soll aber auch spaß machen, dann nimmt man sich die zeit von alleine!

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  3. Kompakt und ruhig, liegt mir tatsächlich wirklich, daher sind meine Titelbilder immer quadratisch... Ist aber oft nicht leicht, den richtigen Ausschnitt zu finden... Hoch- und Querformat lassen dabei mehr Möglichkeiten.
    Dein Post war wieder voll informativ und ich war ganz erstaunt darüber, dass du enttäuscht bist, wenn du wenig Fotos siehst. Bei mir ist es manchmal eine Zeitfrage und dann auch, dass die Fotos die ich gemacht habe, sich dann doch als nicht so gut brauchbar erwiesen. Da ist dann die Ausbeute zu gering und ich möchte niemanden nerven. Mich langweilen endlos lange Bilderfolgen, mit zu vielen Fotos die mehr oder weniger immer dasselbe im gleichen Stil zeigen. Umgekehrt liebe ich es auch sehr schöne Fotos anzusehen.
    Personenbilder gibt es bei mir wenig, da müsste ich mit Selbstauslöser mal beschäftigen (das wäre übrigens für mich ein ganz spannendes Thema, wie man das am Besten hinbekommt). Die Fotos mit dem Kind sind ja auch immer recht schwierig, weil pubertär und schnell genervt ;-)
    So jetzt bin ich still, sonst wir mein Kommentar womöglich länger als dein Post *gacker* was nicht heißen soll, dass ich ihn in irgendeiner Weise zu lang empfunden hätte.
    LG Birgit

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    1. Ps... Hast du gesehen... du könntest dich jetzt im Ideenreich auch selber verlinken.... habe es jetzt gerade für dich gemacht... aber beim nächsten mal bitte gern :-)

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    2. ja siehst du, da sind die geschmäcker sehr verschieden. ich spreche hier auch von meinem Standpunkt, und das kann ja auch nur als Anregung gesehn werden ;)

      und danke, hab ich wieder gar nicht mitgekriegt, aber werd es nächstes mal gleich da verlinken!

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  4. ach - wieder so toll geschrieben :) Jetzt motivierst du mich noch mehr :) Mein Blogvorsatz für dieses Jahr ist es ja schönere Fotos zu machen... Witzigerweise mach ich immer und überall tolle Fotos, außer für den Blog :S
    DANKE für diese super Berichtsreihe - GLG, Geraldine

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    1. liebe geraldine, es freut mich, dass du meine beiträge mit so viel aufmerksamkeit liest! ja das bloggen braucht einfach auch so viel zeit und manchmal will man einfach nur ein schnelles ergebnis zeigen. ich kenne das!

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  5. Hallo,
    vielen Dank für diese tollen Tipps in dieser Reihe. Ich werde versuchen das alles bei meinen nächsten Bilder auszuprobieren. ☺
    Würdest du mir noch verraten, nach welchem Schnitt du den blauen Blazer auf den ersten Bildern genäht hast?
    LG Elke

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  6. Hallo,
    vielen Dank für diese tollen Tipps in dieser Reihe. Ich werde versuchen das alles bei meinen nächsten Bilder auszuprobieren. ☺
    Würdest du mir noch verraten, nach welchem Schnitt du den blauen Blazer auf den ersten Bildern genäht hast?
    LG Elke

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danke, dass du ein paar worte da lässt! ich lese alle kommentare und freue mich über jeden einzelnen!
freue mich, wenn du wieder mal vorbei schaust,
alles liebe andrea

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