[bloggertipps] #1 fotografieren

ich spiele schon länger mit dem gedanken, eine kleine serie zum thema bloggen zu machen. gar nicht so sehr über die theorie des bloggens an sich, aber zu allem, was - wie ich finde - dazugehört. und da passt für mich vor allem alles zum thema fotos dazu!

wie mache ich ein gutes bild, worauf muss oder kann ich achten. brauche ich unbedingt eine tolle fotoausrüstung oder geht's auch mit meiner handykamera?
wie bearbeite ich fotos, gibt's da tricks und gute programme?

wie personalisiere ich meine bilder, kann ich ein logo auch selbst gestalten oder muss ich mir gleich einen grafiker suchen?

sowas halt. was meint ihr?
 

 

auf keinen fall soll das jetzt so rüberkommen, dass ich eine expertin in solchen dingen wäre. da bin ich weit entfernt davon. aber das sind themen, die mich letztes jahr immer wieder beschäftigt haben. ich habe vor allem im letzten jahr zahlreiche anfragen dazu bekommen und inzwischen denke ich, dass ich vielleicht doch zum ein oder anderen thema ganz hilfreiche tipps und anregungen geben kann. ohne garantie auf vollständigkeit natürlich. ist ja auch ein sehr kreatives thema und da scheiden sich - bei wahrscheinlich allen punkten - die geister. aber die ein oder andere kann sich davon hoffentlich was mitnehmen und probieren umzusetzen. das soll das ziel sein.

also los geht's.
wie viele von euch schon festgestellt haben, und da ist es gar nicht erst nötig selbst bloggerin zu sein, kann über bilder sehr viel übermittelt und ausgesagt werden. deshalb lege ich inzwischen auch selbst sehr viel wert auf gute bilder. für mich und mein familienalbum, aber vor allem für die bilder die ich online stellen will.
 
grundsätzlich zur wahl der kamera.
für die meisten ist das smartphone oder eine kompaktkamera die natürlichste wahl. die Vorteile bilder vom telefon aus zu machen liegen klar auf der Hand, wenn es um teilen und posten in den sozialen medien geht. die qualität ist hier sehr unterschiedlich, aber für viele ist ein gutes objektiv ein wesentliches kriterium beim smartphonekauf. das einzige manko, das ich auf die schnelle sehen kann ist der digitale zoom, mit dem man schnell an seine optisch ansprechenden grenzen stößt. das ist für viele auch der grund, warum sie zusätzlich gerne eine kompaktkamera, oder oft digitalkamera genannt, verwenden. auch kompaktkameras können gute und hochaufgelöste bilder erzeugen und einen hobbiefotografen lange zufriedenstellen. ich selbst habe seeeehr lange damit fotografiert bevor ich meine analoge spiegelreflexkamera gegen eine digitale getauscht habe und war mehr als zufrieden mit meinen urlaubserinnerungen. vor allem für einsteiger und hobbiefotografen, die einfach hin und wieder bilder machen wollen, ist es der perfekte begleiter.
 
der große vorteil von spiegelreflexkameras ist meiner meinung nach aber nicht nur die bildqualität sondern die möglichkeit teile auszutauschen und zu wechseln. wie eben z.b. die objektive. habt ihr einmal bilder mit einer solchen kamera gemacht, wird es euch schwer fallen, wieder umzusteigen auf eine digitalkamera. in den letzten jahren hat sich auch preislich sehr viel getan und so kann auch eine gute spiegelreflexkamera schon relativ günstig erworben werden. hat man also vor viel und regelmäßig zu fotografieren, möchte viele schnappschüsse von seinen kindern machen, dann würde ich ganz klar dazu raten sich eine solche zuzulegen.
 
 
das motiv

das ist ein ganz wichtiger punkt. es scheint auf den ersten blick sehr einfach zu sein. wer genähtes hat, das er präsentieren möchte, wie ich, nimmt das in den fokus.
 
aber lasst euch mal eins durch den kopf gehen:  das menschliche auge unterscheidet sich sehr vom objektiv einer kamera. das heißt, dass das auge sehr viel mehr sieht und wahrnimmt, anders fokusiert, als es das objektiv tut. das wiederum heißt, ich muss mir im vorhinein klar sein: was will ich genau drauf haben am bild. was ist wichtig? was ist unwichtig? was soll scharf sein, was unscharf?

hier hilft es mir sehr, das motiv durch die kamera hindurch zu betrachten. also wirklich nur den bildausschnitt, den ich nachher haben will. das kann bedeuten, dass ich näher ran gehen muss, weil das verhältnis zwischen wichtig und unwichtig sehr unausgewogen ist. dadurch fällt auch das lästige wegschneiden im nachhinein bei der bildbearbeitung weg, aber mehr dazu ein andermal.
 

oft sind bilder für den betrachter langweilig, weil das eigentliche motiv zu weit weg ist, es von zu vielen unwichtigen dingen umgeben wird usw. wie bei diesem bild hier, das ich von meinem ersten selbstgnähten shirt vor jahren gemacht habe! ihr seht, der hintergrund und die spiegelung lenken sehr ab vom eigentlichen hauptmotiv.
 
wenn ich alleine zuhause bin und mit stativ fotografiere mache ich es heute häufig so:
 
 
 
 
der unterschied bei den beiden bildern ist sehr krass. aber ihr seht, was ich meine. wollt ihr etwas in den vordergrund rücken, kann es also schon helfen hinten aufzuräumen. oder einfach einen simplen hintergrund wählen. ich nehm da auch gern mal meine weiße wand im schlafzimmer.
 
gerade bei produktbildern oder bildern eurer nähwerke könnt ihr selbst beeinflussen, wie euer hintergrund aussieht.
 
fotografiert ihr mit eurer handykamera oder digitalkamera ist es umso wichtiger auf den hintergrund zu achten, da das bild sehr "flach" ist. bei spiegelreflexkameras könnt ihr mit der wahl eures objektives (weitwinkel, festbrennweite, tele, ...) und den richtigen einstellungen (verschlusszeit, blende, iso) sehr viel mit der tiefenschärfe arbeiten, was  ebenso dazu beitragen kann, euer motiv in den vordergrund zu rücken.
 
 
 
 
ich verzichte hier bewusst darauf, irgendwelche kameraeinstellungen zu empfehlen, weil ich da erstens selbst kein spezialist bin und es auch schon sehr viele gute beiträge zu diesem thema gibt zb. bei delari und bei pech und schwefel. 











bei fotos eurer nähwerke oder ähnlichem könnt ihr bewusst auch eine kulisse dafür bauen. das einfachste dafür ist, einfach einen schlichten hintergrund oder unterlage zu finden und alles überflüssige wegzuräumen.
 
 
 
 
also einfach keine bilder machen, bei denen euer hund und der ungebügelte wäscheberg noch halb drauf zu sehen sind.
 
in zeiten der digitalfotografie können auch mal ein paar mehr bilder gemacht werden. ihr könnt also einfach mal etwas herumprobieren, euch eure bilder am pc ansehen und dann einfach nochmal ein paar neue machen. ich probiere da gerne aus und wenn sie mir nicht gefallen, arrangiere ich meine bildkomposition neu.
 
das geht natürlich nicht in allen fällen. manchmal ist man unterwegs oder gar extra wohin gefahren, um ein paar hübsche bilder vom neuen kleid zu schießen. in diesem fall empfehle ich, genügend bilder zu machen und auch zwischendurch mal zu kontrollieren (und hineinzuzoomen!!) ob auch wirklich alles scharf ist.
 
 
also zusammenfassend: überlegt, was ihr zeigen wollt, stellt es ins zentrum, räumt überflüssiges weg oder geht näher ran. und macht genügend bilder davon, sodass ihr später am computer eine gute auswahl habt.

 
der fotograf

meistens bin ich diejenige, die die bilder macht. sei es von meinen sachen, den kindern oder von mir selbst. im letzteren fall verwende ich meist ein stativ und einen fernauslöser. (das ist eine sehr praktische anschaffung, meist auch gar nicht teuer und erlaubt eine gewisse unabhänigkeit. ich habe aber des öfteren probleme mit der scharfstellung der bilder. es braucht also auch etwas übung und geduld!)
 
 
(wer genau schaut, wird dieses schwarze ding in meinen händen auf vielen bildern entdecken!)
 
manchmal habe ich das "glück", dass mich jemand fotografiert. ich bin kein geübtes model und benehme mich deshalb auch dementsprechend. um ehrlich zu sein, mag ich es gar nicht, fotografiert zu werden und bin meist auch nicht mit den bildern zufrieden am ende.
 
der vorteil davon ist aber, dass der fotograf andere blickwinkel einnehmen kann, mobiler und auch aktiver sein kann, als ein stativ, das man ja nicht dauernd umstellen will. die bilder wirken dadurch lebendiger. (zumindest im optimalen fall)
 
 
 
ich empfehle daher folgendes: wenn ihr keinen habt, der von euch bilder macht, sucht euch zuhause eine hübsche wand oder einen schlichten hintergrund (davon braucht ihr auch gar nicht viel!) um euch mit einem stativ fotografieren zu können. hier seid ihr zeitlich auch unabhängig und könnt die fotos machen, wann immer ihr zeit habt. (wie schon erwähnt bitte tagsüber!!)
 
 
in seltenen glücksfällen schnappt euch eure freundin, mann oder kind, die euch fotografieren können. aber hier funktioniert es nur gut, wenn ihr harmoniert und der fotograf auch motiviert ist und ev. auch etwas erfahrung hat - um euch späteren frust über halb abgeschnittene und unscharfe bilder, geschlossene augen oder falten in der kleidung, ... zu ersparen.
 
 
der richtige zeitpunkt
 
auch die wahl des richtigen zeitpunkts oder der tageszeit kann eine große rolle spielen, wie gut oder schlecht eure bilder werden. vor allem hat dies auch sehr viel mit dem richtigen licht zu tun. ich empfehle grundsätzlich ohne blitz zu fotografieren. einfach, weil der einsatz davon sehr viel wissen und können voraussetzt um ein gutes bild zu erhalten. das hab ich auch nicht. deshalb lieber mit natürlichem licht arbeiten.
 
 
 

ich weiß, oft habe ich spät abends noch ein nähwerk fertig bekommen und würde es am liebsten sofort der ganzen welt zeigen. nur werden die fotos dann auch dementsprechend. besser ist es, sich erst mal gut auszuschlafen und am nächsten tag einen besseren zeitpunkt zu finden. ich wähle dafür am liebsten den frühen vormittag oder späten nachmittag. bei sonnigem wetter ist hier das licht am besten. ist es bewölkt, könnt ihr das diffuse licht sehr gut für euch nutzen, da es eure objekte toll ausleuchtet.
 
vermeidet also beim fotografieren sowohl die mittagszeit als auch die nacht.
 
 
ich suche für kleinere dinge einen hübschen platz am fenster. mit meinen kindern gehe ich, wenn das wetter es erlaubt, gerne nach draußen.


das motiv, der fotograf und der richtige zeitpunkt.
 
diese drei punkte sind ein wesentlicher teil eines guten bildes und für den anfang könnt ihr mit diesen dreien schon einmal arbeiten um die qualität eurer fotos zu steigern. natürlich gibt es noch zahlreiche andere gründe, warum ein foto ein gutes wird. beim nächsten mal erzähl ich euch z.b. etwas über bildgestaltung.

freu mich, wenn ihr auch da wieder dabei seid!

alles liebe,
andrea



Kommentare

  1. Ein sehr schöner Post und tolle Tipps! Auch sehr anschaulich gemacht!
    Vielen lieben Dank dafür und liebe Grüße
    Charlie

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. ganz lieben dank!! freu mich, dass sie dir gefallen!

      Löschen
  2. Liebe Andrea,

    du hast es auf den Punkt gebracht! Alles was mir selbst auch an meinen Fotos wichtig ist, steht hier zusammengefasst geschrieben und wird anhand deiner Bilder sehr gut veranschaulicht!
    Ich würde nie behaupten, dass meine Bilder supergut sind; auch ich übe jedes Mal aufs Neue, besser zu werden. Viel hängt z. B. bei der Fotografie von Kindern auch davon ab, wie gut die kleinen Mäuse "mitmachen". Aber vielen Bloggern scheint es leider egal zu sein, wie die Fotos am Ende ausschauen; sie scheinen einfach nur drauflos zu knipsen. Das kann einen Blogpost schon uninteressant erscheinen lassen.

    Ich bin schon sehr auf deine Fortsetzung dieser Reihe gespannt. Gerne kannst du ihn dann wieder bei AfterWorkSewing verlinken. Ich glaube, dass er auf großes Interesse stoßen wird.

    Sei herzlich gegrüßt
    Jana

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. danke, liebe jana! ja übung und selbstreflexion sind die besten bausteine für gute bilder! das ist das tolle an einem blog, dass man die Entwicklung sehen kann!
      gerne verlinke ich auch all die andren beiträge!

      Löschen
  3. Wow, das ist ein großartiger Post! Vielen Dank dafür! Unsere Spiegelreflex funktioniert leider seit einigen Tagen nicht mehr (wenn wir Glück haben, ist es nur der Akku, der seinen Geist aufgegeben hat), aber wenn wir wieder eine Funktionstüchtige haben, werde ich mich mal näher mit dem Fernauslöser und einem Stativ beschäftigten :-)
    Ich freue mich schon auf den nächsten Beitrag über die Bildbearbeitung.
    Alles Liebe Babsy

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. ganz lieben dank, babsy! freut mich sehr, dass ich dich inspirieren kann!

      Löschen
  4. Ein toller Post und super Tipps. Ich bin schon auf den nächsten gespannt. :)
    LG Diana

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. liebe diana, danke dir! freut mich, dass du dabei bleibst!

      Löschen
  5. Danke für die tollen Tipps und vorallem deine Visualisierung ist eine große Hilfe. Ich freu mich auf den nächsten Post.

    LG Carola

    AntwortenLöschen
  6. Vielen dank für deinen tollen Beitrag, ich freu mich auf mehr. Glg conny

    AntwortenLöschen
  7. Liebe Andrea, ich freue mich sehr das du eine solche Serie schreiben willst. Ich habe nur einen Hobbyblog, will aber in diesem Jahr auch daran arbeiten alles ansprechender zu gestalten - dazu bin ich eben auf wordpress umgezogen und habe mir Gedanken über schönere Fotos gemacht (ich gewöhne mir wohl am besten erst mal die Ungeduld ab Dinge die ich Abends nähe sofort zeigen zu wollen ab :-)
    Danke Ingrid

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. danke dir, liebe ingrid! freut mich, wenn du hilfreiche anregungen findest!

      Löschen
  8. du hast es wunderbar zusammengefasst. :-)
    lg kathrin

    AntwortenLöschen
  9. Liebe Andrea,
    ein ganz wundervoller Post und tollen Tipps! Ich freue mich schon auf weitere Posts zu dieser Serie :-)
    Alles Liebe,
    Doris

    AntwortenLöschen
  10. ich will mehr :-)
    eine ganz toller beitrag - ich freue mich auf weitere!
    glg andrea

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. ich freu mich sehr über deinen kommentar! klar gibt's mehr!!

      Löschen
  11. Feine Zusammenfassung, und am besten gefällt mir daran, dass Du es ganz einfach machst: Umgebung, Fotograf/in, Licht - damit ist schon so viel getan! Blöd ist nur, wenn es in der ganzen Wohnung keinen Meter freie weiße Wand mit ausreichend Licht dazu gibt... Vielleicht muss ich doch mal ein weißes Leintuch installieren. lg, Gabi

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. ja, ich höre immer wieder, dass es bei vielen an einem neutralen Hintergrund mangelt. da heißt es kreativ sein! ein Leintuch oder rollo kann da schon abhilfe schaffen!

      Löschen
  12. Hallihallo, danke für diese tolle Zusammenfassung. Daran merke ich, dass ich mit meinem Bilder zumindest schon mal auf dem richtigen Weg bin. Bin schon gespannt auf deinen nächsten Beitrag. LG, Esther

    AntwortenLöschen

Kommentar posten

danke, dass du ein paar worte da lässt! ich lese alle kommentare und freue mich über jeden einzelnen!
freue mich, wenn du wieder mal vorbei schaust,
alles liebe andrea

Beliebte Posts

Instagram follow me!